Rund 100 Fans waren in die Anton-Bezler-Halle gekommen, um die Augsburger Rollstuhlbasketballer auch in der abschließenden Begegnung der laufenden Saison zu unterstützen und gaben dem vorerst letzten Auftritt in der 1. Liga den würdigen Rahmen. An der 58:83 Niederlage gegen die Mainhatten Skywheelers konnten aber auch die Anfeuerungsrufe der heimischen Anhänger nichts ändern. Die ersten drei Spielminuten hielt der SV Reha, bis zum Zwischenstand von 6:6 gut mit. Dann folgte ein Lauf der Gäste. Mit 8 Körben in Folge, legten sie bis kurz vor Ende des ersten Viertels schon eine deutliche Differenz zwischen sich und die Schwaben. Mit 8:25 verloren die Augsburger Rollis den ersten Abschnitt und insbesondere in der Defense machte man es Frankfurt viel zu leicht. Nach dem erlösenden Sieg in Jena, schien es zu Beginn ein wenig an der nötigen Einstellung zu mangeln. Doch ab dem zweiten Viertel steigerten sich die Lechstädter und boten den Skywheelers mehr Gegenwehr. Im Angriff gelangen jetzt einige tolle Spielzüge und im Verteidigungsverhalten zeigte man sich ebenfalls klar verbessert. Mit 14:14 konnte der SV Reha den zweiten Abschnitt komplett ausgeglichen gestalten. In ihrer Halbzeitansprache lobte Spielertrainerin Birgit Meitner die Leistungssteigerung und appellierte gleichzeitig an ihr Team, „auch nach der Pause noch einmal ordentlich dagegenzuhalten und so einen guten Saison-Ausklang abzuliefern.“ Offensiv setzte der Gastgeber die Vorgaben nach dem Seitenwechsel weiter gut um, aber in der Verteidigung fand man kein probates Mittel. Frankfurt spielte seine Größenvorteile immer wieder konsequent aus und hatte am Schluss mit ihren Centern Hengst und Wolk, mit 20 bzw. 30 Punkten auch die entscheidenden Akteure auf ihrer Seite. Bei Augsburg überzeugten offensiv, ab dem zweiten Viertel ebenfalls die großen Spieler. „Igge“ Heinrich, Manne Wolf und Benny Lenatz punkteten alle zweistellig, aber den Rückstand aus den ersten Minuten konnte Augsburg nie substanziell verkürzen und mit 16:18 ging auch der dritte Abschnitt knapp an die Hessen. Im letzten Viertel boten beide Teams den begeistert mitgehenden Zuschauern noch einmal viele schöne Korbaktionen. Mit 26:20 ging auch der vierte Spielabschnitt an Frankfurt, aber der SV Reha zeigte ansehnliche, letzte zehn Minuten in der 1. Bundesliga, was die Fans nach dem Abpfiff auch ausgiebig honorierten. Der Endstand von 58:83 geriet da fast zur Nebensache. Kapitän Thomas Paa blickte direkt nach Ende der Partie, kurz auf die abgelaufene Saison zurück: „Es war die erwartet schwere Spielzeit, mit dem absoluten Highlight vergangene Woche in Jena. Leider der einzige Erfolg. Gerade zuhause wäre, mit etwas Glück manchmal mehr drin gewesen. Man hat aber, wie vor zwei Jahren erneut gesehen, dass wir nur mit einer fast perfekten Teamleistung, zumindest gegen einige Mannschaften mithalten bzw. gewinnen können. Insgesamt war es eine tolle Erfahrung, praktisch jede Woche gegen Weltklassespieler anzutreten. Ich bin mir sicher, jeder einzelne von uns nimmt davon etwas für seine sportliche Zukunft mit.“ (paa) Für Augsburg spielten: J. Heinrich (22 Pkt.), M. Wolf (12), B. Lenatz (14), T. Paa, N. Simanowski, M. Kühn (2), B. Meitner (2), J. Pfeiffer, M. Grubmüller u. B. Breitenstein (6).
Zum vorläufig letzten Mal treten die Augsburger Rollis in der höchsten deutschen Spielklasse an. Am Samstag um 15 Uhr empfängt der SV Reha, in der Gögginger Anton-Bezler-Halle, die Mainhatten Skywheelers aus Frankfurt. Trotz des 50:45 Erfolgs der Schwaben, in der Vorwoche in Jena, geht es sportlich gesehen für beide Teams eigentlich um nichts mehr. Augsburg steht als Absteiger fest und die Hessen befinden sich im gesicherten Mittelfeld der Tabelle. Unabhängig davon wollen die Augsburger Rollis ihren treuen Anhängern noch eine gute Partie zum Abschluss zeigen und sich für die tolle Unterstützung während der gesamten Saison bedanken. Daher hofft die 1. Mannschaft auch beim letzten Heimspiel auf das zahlreiche Kommen der Augsburger Rollstuhlbasketball-Fans, um gemeinsam die Spielzeit 2010/11 zu beschließen. (paa)
In einem wahren Basketball-Krimi haben die Augsburger Rollis bei den Jena Caputs, mit 50:45 den ersten Erfolg in der 1. Bundesliga verbuchen können. Mit einem großen Reisebus und gut 20 ihrer treuen Fans im Rücken, traten die Rollstuhlbasketballer des SV Reha die letzte Auswärtsreise der Saison an. In Thüringen, bei den ebenfalls auf einem Abstiegsplatz rangierenden Caputs, sollte endlich der erste Sieg gelingen. Für Jena war es das Spiel des Jahres. Im Erfolgsfall hätten die Gastgeber den rettenden achten Tabellenplatz erreichen und so höchstwahrscheinlich den Klassenerhalt sichern können. Über 300 Zuschauer waren gekommen, um diese wichtige Partie zu sehen und die Heimmannschaft zum Sieg zu schreien. Doch die Augsburger Schlachtenbummler hielten nach Leibeskräften dagegen und halfen so den Fuggerstädtern in fremder Halle zu bestehen. Die Begegnung selbst begann ausgeglichen. In einer zu Anfang sehr guten Bundesligapartie, wechselte die Führung ständig und keines der beiden Teams konnte sich einen echten Vorteil erspielen. Allerdings beendete Augsburg das Viertel mit einem Paukenschlag. Aus gut neun Metern traf Center Manfred Wolf einen Dreier in allerletzter Sekunde. Darum führte der SV Reha knapp mit 18:15 vor den zweiten zehn Spielminuten. Dieser Treffer schien Jena beeindruckt zu haben, denn in der Folge kam Augsburg immer besser ins Spiel und übernahm nach und nach die Kontrolle. Mit einem 10:2 Lauf, Mitte des zweiten Abschnitts, legten die Schwaben mit 30:21 das erste Mal einige Zähler zwischen sich und den Gegner. Zur Pause führten die Augsburger Rollstuhlbasketballer mit 32:23. Nach dem Seitenwechsel erwischte Jena den besseren Start und verkürzte schnell wieder auf fünf Punkte (30:35, 4.Min.). Jetzt wogte die Partie hin und her, weil der SV Reha es versäumte einfachste Möglichkeiten im gegnerischen Korb unterzubringen. Aber im Gegensatz zu vielen vorangegangenen Begegnungen stand die Zonenverteidigung der Augsburger Rollis hervorragend. Man gestattete Jena nur Würfe aus der Mitteldistanz und wenn Jena die nicht traf, waren die Augsburger Center „Igge“ Heinrich und Manne Wolf im Defensiv-Rebound zu Stelle. Mit zweistelligen Werten bei Punkten und Rebounds (15 P./17 R. bzw. 11 P./16 R.) erreichten beide ein sogenanntes Double-Double und waren die Türme in der Schlacht für eine insgesamt aufopferungsvoll kämpfende Augsburger Mannschaft. Dank dieser geschlossenen Leistung führten die Lechstädter auch nach dem dritten Abschnitt mit 41:33. Im Schlussviertel wurde es dann ein reines Nervenspiel. Jena warf noch einmal alles in die Waagschale und kam mit einer Ganzfeldpresse noch bedrohlich nahe, auf 45:47 (8. Min.) heran. Doch nachdem die Caputs im weiteren Verlauf vier Freiwürfe in Serie vergaben und es versäumten, die Partie in letzter Minute zu kippen, erlöste Benny Lenatz sein Team, mit einem Korbleger 30 Sekunden vor Abpfiff. Jena foulte nun, um die Uhr anzuhalten und so blieb „Igge“ Heinrich der Schlusspunkt zum 50:45 mit einem Freiwurf vorbehalten. Eine überglückliche Spielertrainerin Birgit Meitner sprach nach der Schlusssirene das aus, was alle im Team fühlten: „Heute hatten wir das nötige Quäntchen Glück, das uns in der einen oder anderen Partie zuvor gefehlt hat. Wir haben aber speziell in den letzten beiden Begegnungen gezeigt, dass wir mit den Roller Bulls und Jena auf Augenhöhe sind. Für unsere Mannschaft war es auch im Hinblick auf die kommende Spielzeit unglaublich wichtig, dieses Erfolgserlebnis zu feiern. Ich glaube, dass wir uns diesen Sieg mit unserer harten Arbeit und unserem Durchhaltevermögen über die gesamte Saison mehr als verdient haben.“ (paa) SV Reha: J. Heinrich (15 Pkt.), M. Wolf (11/1 Dr.), A. Schweinberger, B. Lenatz (10), T. Paa (8), N. Simanowski, T. Schmid, M. Kühn, B. Meitner (2), J. Pfeiffer, M. Grubmüller u. B. Breitenstein (4).
Die Roller Bulls wahren durch einen 74:57 Auswärtssieg beim SV Reha die Chance auf den Verbleib in der 1. Liga. Augsburg hingegen kann, trotz einer enormen Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel, wieder nicht gewinnen. Die Bedeutung dieser Partie für die Gäste aus Belgien, wurde den gut 100 Zuschauern von der ersten Minute an eindrucksvoll vor Augen geführt. Die Roller Bulls versuchten den Schwaben mit ihrer sehr körperbetonten Spielweise den Schneid ab zukaufen und die Augsburger Rollis benötigten wirklich fünf Minuten, um sich in die Begegnung zu kämpfen. Mit 2:10 lagen die Gastgeber zurück, bevor ein 8:2 Lauf Augsburg wieder heran brachte. Zu Ende des ersten Abschnitts war die katastrophale Freiwurfquote (0/5) des SV Reha dafür verantwortlich, dass sich die Belgier wieder auf 18:12 absetzen konnten. Im zweiten Viertel lief dann gar nichts mehr bei den Fuggerstädtern zusammen. In der Verteidigung war man oft nicht nah genug am Gegenspieler und Schwächen im Defensiv-Rebound eröffneten den Roller Bulls zu viele zweite Wurfchancen. In der Vorwärtsbewegung wirkte das Heimteam oft zu fahrig und agierte vielfach überhastet. So wurden leichte Korbleger vergeben, oder durch unnötige Ballverluste dem Gegner in die Karten gespielt. Die Gäste nahmen diese Geschenke dankbar an und erhöhten den Vorsprung kontinuierlich, bis zum Pausenstand von 40:21. Dementsprechend unzufrieden waren die Augsburger Rollis in der Halbzeitanalyse. Doch Spielertrainerin Birgit Meitner appellierte an den Kampfgeist ihrer Mannschaft: „Wir werden uns hier in eigener Halle nicht abschlachten lassen. Wir haben noch 20 Minuten Zeit unseren Fans zu zeigen, dass wir viel besser spielen können.“ Damit hatte Meitner wohl die richtigen Worte gefunden, denn Augsburg kam wie verwandelt aus der Kabine. Im dritten Abschnitt wirkten die Gastgeber wieder hochmotiviert, kämpften um jeden Zentimeter Boden und jeden Ball. Angefeuert von den begeistert mitgehenden Augsburger Fans, verkürzte der SV Reha den Rückstand Punkt um Punkt. Endlich funktionierten die Offensiv-Systeme der Schwaben und die beiden Topscorer Jürgen Heinrich und Manfred Wolf führten ihr Team über 32:46, Mitte des Viertels, bis zum 43:54 vor den letzten zehn Spielminuten wieder heran. Vor allem der erfolgreiche Dreier von „Igge“ Heinrich, zwei Sekunden vor Ablauf des dritten Abschnitts, brachte das Publikum zum Toben und ließ sogar noch auf einen zur Halbzeit nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg der Augsburger Rollis hoffen. Auch im Schlussviertel hielt die Aufholjagd des SV Reha an. Als Manfred Wolf mit zwei Freiwürfen in der 4. Minute auf 53:60 stellte, war die Partie wieder offen. Doch dann der Schock – nach einem sehr fragwürdigen Pfiff musste Center Wolf, nach seinem fünften persönlichen Foul das Spielfeld verlassen. Das Fehlen dieses Leistungsträgers konnte Augsburg in der Folge nicht kompensieren. Die Roller Bulls gewannen wieder die Oberhand und entschieden die Begegnung mit einem 11:2 Run in den nächsten Minuten. Kurios an der 57:74 Niederlage der Lechstädter ist, dass man am Ende sowohl bei der Freiwurfquote, als auch bei der Trefferquote aus dem Feld, die bessere Mannschaft war. „Umso bitterer ist es, dass wir heute nicht gewinnen konnten, denn im Prinzip haben wir uns durch eigene Fehler selber geschlagen“. So lautete die selbstkritische Analyse von Kapitän Thomas Paa und in Vorausschau auf kommendes Wochenende sagte er: „In Jena folgt jetzt die wohl letzte Chance auf einen Sieg. Wir müssen nach dieser Enttäuschung noch einmal alle Kräfte bündeln, um uns in Thüringen gut zu präsentieren.“ (paa) Für Augsburg spielten: J. Heinrich (17 Pkt./1Dr.), M. Wolf (17), B. Lenatz (5), T. Paa (10), N. Simanowski, T. Schmid, M. Kühn, B. Meitner (4), J. Pfeiffer, M. Grubmüller (2) u. B. Breitenstein (2).
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